UNTERIRDISCHE FABRIK VON CAUMONT
In der Hoch-Normandie gelegen, 30 km unterhalb von ROUEN, am Rande der Seine, in den unterirdischen Steinbrüchen von CAUMONT. Dieser Standort ist ein riesiger unterirdischer Bunker, der 1943-44 von den Nazis geplant wurde für die Gewinnung von flüssigem Sauerstoff, der als Treibstoff der Raketen V2 wirkte. Die V2 war die geheime Waffe, mit der Hitler beabsichtigte, London zu zerstören und den Krieg zu gewinnen.


Dieses Luftbild des Standortes in Jahre 1945 zeigt die Aufschüttung der Eisenbahn, die von LA BOUILLE links kam und die in den Steinbruch führte. In der Mitte, die Strasse D93 am Rand der Seine und Schiffe, die den Fluss aufwärts fahren
.
Diese Fabrik gehört Codename STEINKOHLE n°1301 zur Entwicklung der geheimen Waffe und der Rache Hitlers in der Normandie. Der deutsche Oberbefehl beschloss, im September 1943 einen Teil der Organisation TODT dahin zu entsenden, um die Einrichtung der Produktionsfabrik von Flüssigsauerstoff der V2 vorzubereiten. Der untere Teil von CAUMONT wurde eine verbotene Zone, und alle Einwohner wurden am 23 dezember 1943 an einem Tag evakuiert. Dieser Ort war gewählt worden, denn er bot ein ausgedehntes Stollennetz, das für die Einrichtung eines riesigen unterirdischen Bunkers von 300 Metern günstig war.Um ihre Arbeiten erfolgreich durchzuführen, bauten die Deutschen zuerst eine Eisenbahnstrecke, die den unterirdischen Standort mit dem schon bestehenden Eisenbahnnetz von GRAND-COURONNE verband. Während Soldaten, Ingenieure und Zwangsarbeiter sich in BAS-CAUMONT niederliessen, wurde der Standort selbst durch mehrere Luftschutzbatterien im Wald von MAUNY geschützt. Sie befanden sich über dem Standort und einige englische Jäger beschossen sie wiederholt. Monatelang brachten Waggons und Lastkähne Materialen für die Errichtung des unterirdischen Komplexes. Am Tag des ersten Spatenstichs stürzte bei den Arbeiten zur Verstärkung des Eingangs das Gewölbe aus 20 Meter Höhe ab. Es hat die Würdenträger der Organisation TODT für immer verschüttet !! Darum sind die Schutzmauern gegen Einsturz so gewaltig ! Das Werk wurde nie vollendet, denn dieses Projekt wurde auf Befehl des Fuhrers im Juli 1944 aufgegeben. Einziges Zeugnis aus dieser Zeit ist die gewaltige Struktur aus Stahlbeton von 20000 Tonnen. Die geographische Lage von CAUMONT war gewählt worden, um vom Wald, einige Kilometer vom Dorf MAISON-BRÛLEE entfernt, die V2 auf London abzuschiessen Sie war 14m hoch, hatte eine Reichweite von 200 bis 300km und trug in ihrem Rumpf eine Sprengladung von einer Tonne, Weder V2 noch V1 kamen in CAUMONT an ! Auf dem rechten Ufer der Seine in DIEPPEDALLE-CROISSET, Gemeinde von CANTELEU, bauten die Deuschen in den "Kellern" von BIESSART das gleiche Werk von Flüssigsauerstoffproduktion wie in CAUMONT auf dem linken Ufer. Man darf die Leiden der Gefangenen und Deportierten nicht vergessen ! Sie bauten diese Terrorwaffe in den Tunnels von DORA-MITTELWERK in Deutschland. Ebenfalls darf man nicht die Leiden der Opfer vergessen, die von dieser schrecklichen Kriegsmaschine vom Nazi-Staat, Belgien und Holland aus bombardiert wurden. V2 bedeutet Vergeltungswaffe 2.
Heute versuchen technikinteressierte Kanadier V2-Motoren auf dem Prüfstand zu testen.
Das Buch "CONSTRUCTIONS SPECIALES" von Roland HAUTEFEUILLE hat ermöglicht, die Geheimnisse dieses unvollendeten Standortes zu klären.
Das Buch "L' ENFER DES V1 EN SEINE-MARITIME" von Norbert DUFOUR und Christian DORE widmet einige Seiten dem unterirdischen Werk von CAUMONT und DIEPPE-CROISSET.
Der Eingang des Standorteist Privateigentum, gesetzlich geregelter Zugang
Texte, Pläne und Photos: François BAYEUX und Dominique ANQUETIL (alle Rechte vorbehalten)